.

Eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert

G_LR_5_2012_03

Steine schleppen im Takt - ein Experiment zur Kinderarbeit in der Zeit der Industriellen Revolution

Heute erlebte die Klasse 9c während der Geschichtsstunde eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Die Industrielle Revolution“ erlebten die Schülerinnen und Schüler, was es hieß, während dieser Zeit ein Kind gewesen zu sein.

 

Zuerst lasen die Schülerinnen und Schüler einen Quellentext, in dem ein Kind des 19. Jahrhunderts beschrieb, was nach seinem 13. Geburtstag geschah: Es musste zum Arbeiten in die Ziegelfabrik ins nächste Dorf.

 

Der Junge arbeitete zehn Stunden pro Tag und während jeder Schicht legte er eine Strecke von 36 Kilometer Takt von je zwei Sekunden springend zurück und transportierte 18.000 Ziegel mit einem Gesamtgewicht von 63.000 Kilogramm.

 

Er funktionierte als Bindeglied zwischen zwei Maschinen und musste den einen Meter Abstand zwischen den Maschinen mit einem Sprung überwinden. Für jeden Weg (= Sprung) hatte er eine Sekunde Zeit.

 

Im Klassenraum wurden zwei Tische im Abstand von einem Meter so aufgebaut, dass ein wenig Raum zum Bewegen blieb.

 

G_LR_5_2012_02

Laura Pumilias Vater hatte einen Ytong-Stein von ca. zwei Kilogramm zur Verfügung gestellt, den Laura zur Schule schleppte, damit das Experiment möglichst realistisch wirkte. Hierfür bedanke ich mich herzlich!

 

Fremdwörterduden in einer Holzkiste ersetzten ebenfalls die Ziegel, die der Junge im 19. Jahrhundert schleppen musste.

 

Dann wurden die Rollen verteilt: Es wurde ein Presser gebraucht, der den Jungen zur Arbeit antrieb, weil dessen Arbeitsleistung seinen Lohn sicherte. Desweiteren brauchte es zwei Schülerinnen oder Schüler, die sicherstellten, dass die erste „Maschine“ auch immer mit einem „Ziegel“ bestückt war. Und schließlich brauchte es eine Freiwillige oder einen Freiwilligen, die/der die Rolle des Jungen übernahm.

 G_LR_5_2012_01

Als schließlich alle Rollen besetzt waren, wurde der Ruhepuls des „Jungen“ gemessen und los ging’s: Drei Minuten lang hüpfte der „Junge“ im Sekundentakt zwischen den „Maschinen“ hin und her, angetrieben vom Presser, der den Takt schlug und den Jungen anschrie, schneller zu arbeiten. Der Ytong-Stein staubte, es wurde wärmer im Klassenzimmer, das Tönen der Taktglocke und das Schreien des Pressers sowie die Hektik, immer einen Stein auf der „Maschine“ zu haben, erzeugten eine realistische Fabrikatmosphäre.

 

Nach drei Minuten erklang die Glocke zum Schichtende und der Puls des „Jungen“ wurde abermals gemessen. Niemand war überrascht, dass er sich erhöht hatte!

LR 5/2012



.

xxnoxx_zaehler